Fahrsicherheitstraining DRK Kreisverband Münster Katastrophenschutzeinheit lernt mit Gefahrensituationen umzugehen Sanitätspersonal muss sich sicher bewegen

Das Fahrtechnik und Ausbildungszentrum (FAZ) hat mit 30 Einsatzkräften des DRK Kreisverband Münster ein umfassendes Fahrsicherheitstraining durchgeführt. Die neun Damen und 21 Herren wurden mit dem Verhalten der Einsatzfahrzeuge in Gefahrensituationen vertraut gemacht, die im täglichen Straßenverkehr lauern können.

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30 Einsatzkräfte des DRK KV Münster, die als Sanitätseinsatzeinheit dem Katastrophenschutz Nordrhein-Westfalen angehören, absolvierten das Fahrsicherheitstraining.

Holsterfeld / Dreierwalde. Die Fahrsicherheitsexperten des FAZ mit Sitz in Holsterfeld schulen regelmäßig Personen, die Motorräder, Pkws, Kleintransporter, Lastwagen, Busse oder Sonderfahrzeuge lenken. Auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Dreierwalde wurden die Einsatzkräfte des DRK Kreisverband (KV) Münster geschult, die der Sanitätseinsatzeinheit des Katastrophenschutzes Nordrhein-Westfalen (NRW) angehören.

Der Geschäftsführer des FAZ und Projektleiter Ewald Rühlmann, sein Verkehrssicherheitsexperte Dieter Lohmann sowie die Co-Moderatoren Helmut Konowalski und Sven Rottmann machten die Teilnehmer in der Theorie sowie Praxis mit der Fahrphysik und Fahrdynamik vertraut. Rühlmann erklärte: „Die Sanitätseinsatzkräfte müssen auch sicher unterwegs sein. Unsere Devise ist „Sicher ankommen um zu retten.“

Wenn es wieder einmal zu Schadensereignissen gekommen ist und die Katastrophenschutzeinheiten alarmiert werden, eilen die Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen mit Wege- und Sonderrechten zum Einsatzort. Dabei kommt es immer wieder auf den Straßen durch andere Verkehrsteilnehmer zu haarsträubenden Situationen. Mit dem Fahrsicherheitstraining lernten die Damen und Herren, was sie erwarten kann und wie sie richtig reagieren.

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Mascha Schirmer (2. v. links) und Dana Pietrek (5. v. rechts) gehören mit ihren sieben Kolleginnen zur DRK-Sanitätseinsatzeinheit im Katastrophenschutz NRW. Sie wurden von Ewald Rühlmann (links) und Dieter Lohmann (rechts) geschult.

In der Theorie lernten die Einsatzkräfte die Fahrphysik bei Kraftfahrzeugen und die Auswirkungen der physikalischen Gesetze auf das Fahrverhalten sowie die Wahrnehmungen der Fahrer/innen kennen. „Das Wissen dieser Gesetzmäßigkeiten ist insbesondere beim Fahren mit Einsatzfahrzeugen – Rettungs- und Krankentransport- oder Gerätewagen – wichtig. Der Kontakt zwischen Fahrzeug und Fahrbahn ist nur durch mehrere handtellergroße Flächen gegeben. Die Maximalkraft hängt vom hohen Kraftschlussbeiwert zwischen Reifen und Straße sowie der Radlast ab. Der Straßenzustand – trocken, feucht, nass, Schnee, Eis oder Schotter – hat den größten Einfluss auf den Kraftschlussbeiwert“, erläuterte Rühlmann.

Auf dem ehemaligen Rollfeld konfrontierte Rühlmann  und sein Team die Münsteraner DRK-Kräfte mit der Fahrphysik und Fahrdynamik ihrer Einsatzfahrzeuge. „Schwerpunkt war dabei die teilweise großen Einsatzfahrzeuge gekonnt auf engsten Raum millimetergenau am Einsatzort zu lenken“, so Lohmann, der die Teilnehmer auf dem mit Pylonen abgesteckten Parcours durch Engpässe fahren ließ und sie in der Kreisbahn forderte.

Unfallverhütung und -vermeidung verlangte den Damen und Herren eben so viel ab wie die Schlagbremsungen mit Geschwindigkeiten von 30, 40, 50, 60, 70 und 80 Stundekilometern. „Meistens wird nicht konsequent genug gebremst, weil man Angst hat, dass sich das Fahrzeug ausbricht und überschlagen könnte“, sagte Rühlmann. Auch Mascha Schirmer stellte fest, dass der Wagen nicht die Spur verließ. Die Gruppenführerin war über den Schulsanitätsdienst zum DRK gekommen und engagiert sich nach ihrem BWL-Studium seit 2008 ehrenamtlich im Einsatzdienst.

Ebenso ist Rettungssanitäterin und Gruppenführerin Dana Pietrek in der Katastrophenschutzeinheit aktiv. Die Studienrätin hatte das freiwillige soziale Jahr beim DRK KV Münster absolviert und ist seit neun Jahren im Einsatzdienst tätig. Sie und auch Mascha Schirmer haben den Führerschein der Klasse C, um die größeren Einsatzfahrzeuge zu bewegen. Beide waren mit Begeisterung dabei und sahen das Fahrsicherheitstraining als wichtige Ausbildung für die Einsatzkräfte.

Das Fahrsicherheitstraining beim FAZ hatte Benedikt Sturm arrangiert. Er ist hauptamtlich im KV für die Ausbildung verantwortlich und im Bereich der Gefahrenabwehr als Zugführer tätig. Thomas Lüchtefeld ist Rotkreuzbeauftragte des DRK KV Münster. Er erklärte: „Für uns ist immer wichtig, dass alle unsere Einsatzkräfte mit den Fahrzeugen in speziellen Einsatzsituationen richtig reagieren. Bei einer Alarmfahrt sind die Grenzsituationen und Unfallgefahren um ein Vielfaches höher als bei Normalfahrten. Nach diesem Fahrsicherheitstraining wissen die Einsatzkräfte, was auf sie zukommen kann. Wir wollen den Fahrern/innen eine gewisse Sicherheit an die Hand geben.“

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