FSME in Niedersachsen: Landkreis Emsland als Risikogebiet ausgewiesen

Das Robert Koch-Institut hat heute die Risikogebiete 2019 für die durch Zecken übertragene FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in Deutschland bekannt gegeben. In Niedersachsen wurde der Landkreis Emsland als FSME-Risikogebiet ausgewiesen, nachdem dort seit 2016 acht FSME-Fälle registriert worden sind, bei denen die Infektion im Landkreis erfolgt ist. Mit der Ausweisung als Risikogebiet ist eine FSME-Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) verbunden. Diese richtet sich an alle Personen, die in einem FSME-Risikogebiet mit Zecken in Kontakt kommen könnten und somit ein Risiko für Zeckenstiche haben. Die Impfempfehlung gilt sowohl für die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises, als auch für Personen, die sich aus anderen Gründen im Landkreis aufhalten.

„Die Erkrankungszahlen sind im Vergleich zu Landkreisen in Süddeutschland zwar geringer, nichtsdestotrotz ist eine rechtzeitige Impfung empfehlenswert, um die zum Teil schweren Verlaufsformen und mögliche Folgeschäden einer FSME-Infektion zu vermeiden. Doch auch wer bereits geimpft ist, sollte sich nach einem Aufenthalt im Freien auf Zecken untersuchen, da diese auch die Erreger der Borreliose übertragen können, gegen die es keinen Impfstoff gibt“, betonte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann. „Ich bedanke mich beim kommunalen öffentlichen Gesundheitsdienst für die sorgfältige Recherche beim Auftreten von FSME-Fällen in Niedersachsen.“

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt beobachtet die Entwicklung der FSME in Niedersachsen seit Jahren sehr genau. Bei jedem einzelnen FSME-Meldefall wird von den örtlichen Gesundheitsbehörden recherchiert, wo die Infektion erfolgt sein könnte. Das Landesgesundheitsamt leistet hierbei Unterstützung u.a. durch die Bereitstellung eines Fragebogens und die entsprechende Labordiagnostik. Außerdem führt das Landesgesundheitsamt seit 2006 eine Studie zu FSME bei den niedersächsischen Forstbediensteten durch und untersucht Zecken in bestimmten Gebieten gezielt auf das FSME-Virus.

„Die Ergebnisse unserer Untersuchungen zeigen, dass das FSME-Virus vereinzelt auch in Niedersachsen vorkommt. Eine mögliche Infektion mit dem FSME-Virus in Niedersachsen auch außerhalb des Landkreises Emsland ist demnach nicht völlig auszuschließen, aber in den meisten Gebieten immer noch sehr unwahrscheinlich.“ sagte Dr. Masyar Monazahian, Virologe am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt.

„Eine Impfung bietet den besten Schutz gegen eine FSME-Erkrankung“ betonte Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, „Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder einen Aufenthalt in diesen Gebieten planen, besteht jetzt noch ausreichend Zeit, sich impfen zu lassen, bevor die Hochphase der Zeckenaktivität im Frühjahr beginnt.“

Nach zwei Impfungen besteht eine Schutzwirkung, die allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Um den Impfschutz zu komplettieren, ist eine dritte Impfung notwendig, die fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig ist. Der Impfschutz hält je nach Alter danach mindestens für drei Jahre an.

Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten in Deutschland wohnen oder dorthin reisen, werden die Impfkosten von den Krankenkassen getragen. Bei Reisen in FSME-Risikogebiete im europäischen Ausland müssen die Kosten für eine Schutzimpfung von den Reisenden selbst getragen werden. Einige Krankenkassen erstatten jedoch den Betrag bei Vorlage der ärztlichen Rechnung.

Die FSME-Erkrankung verläuft bei einem großen Teil der Infizierten und insbesondere bei Kindern milde und ähnelt eher einer Sommergrippe. In 20 bis 30 % aller Fälle kommt es nach einem symptomfreien Intervall aber zu starken Krankheitssymptomen verbunden mit hohem Fieber.

„Die FSME ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die auch sehr schwer verlaufen und zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks führen kann. Auch bleibende Schäden wie Lähmungen können nicht ausgeschlossen werden“, sagte die leitende Amtsärztin des Fachbereiches Gesundheit im LK Emsland, Johanna Sievering, „Es 

gibt keine spezifischen antiviralen Medikamente, mit denen sich eine FSME-Erkrankung behandeln lässt. Auch aus diesem Grund kommt der Impfung eine besondere Bedeutung zu.“

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Neben der Impfung gibt es weitere Vorsorgemaßnahmen, um sich vor Zeckenstichen zu schützen:

  • Insbesondere beim Durchstreifen des Unterholzes sollte möglichst den Körper bedeckende helle Kleidung (auf der man Zecken gut erkennen kann) und festes Schuhwerk getragen werden.
  • Zeckenabweisende Hautschutzmittel sollten eingesetzt werden, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz vor Zeckenstichen.
  • Kinder sollten nach dem Spielen / Aufenthalt in Wald und Wiese gründlich nach Zecken abgesucht werden. Das gilt natürlich auch für Erwachsene, wenn sie sich in entsprechender Umgebung aufgehalten haben. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollte an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt gründlich nach Zecken gesucht werden.
  • Auch bei Spaziergängen mitgeführte Tiere sollten immer kontrolliert werden, da umherwandernde und noch nicht angesaugte Zecken bei engem Kontakt auf den Menschen übergehen können.

Und wenn man eine Zecke findet, die bereits zugestochen hat, gilt immer: Zecken möglichst schnell entfernen, da sie auch andere Krankheiten übertragen können, gegen die man sich nicht impfen lassen kann, wie z.B. die Borreliose. Die Entfernung der Zecke kann mit den Fingerspitzen oder einem Hilfsmittel wie einer Pinzette oder einem anderen geeigneten Zeckenentferner (z. B. Zeckenkarte, -zange, -schlinge) geschehen. Dabei sollte die Zecke dicht an der Hautstelle, an der sie sich festgesaugt hat, gefasst und dann vorsichtig herausgezogen werden, ohne die Zecke zu zerquetschen. Anschließend sollte die Stichstelle möglichst desinfiziert werden.

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Weitere Informationen:

www.rki.de (Epidemiologisches Bulletin des RKI Nr. 7/2019)

www.nlga.niedersachsen.de

www.emsland.de

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