Fürsorge für Menschen am Lebensende – Kooperationspartner gründen Bildungszentrum für Hospiz und Palliativversorgung im Emsland

Carmen Breuckmann-Giertz (Hospizhilfe Meppen), Winfried Hardinghaus (Deutscher Hospiz- und Palliativverband), Landrat Marc-André Burgdorf (Landkreis Emsland), Birgit Stoßberg (Lingener Hospiz), Michael Reitemeyer (LWH) und Walter Höltermann (Lingener Hospiz).

Lingen. Vier regionale Partner im Emsland gründen ein Bildungszentrum für Hospiz und Palliativversorgung (BHPV). Den Kooperationsvertrag haben heute der Landkreis Emsland, Lingener Hospiz e. V., Hospiz-Hilfe Meppen e.V. und das Ludwig-Windthorst-Haus e. V. (LWH) unterzeichnet. Das BHPV wird durch den Deutschen Hospiz- und Palliativverband (DHPV) unterstützt und beraten.Damit entsteht eine organisatorische und fachliche Grundlage, um im Landkreis Emsland entsprechende Bildungsmaßnahmen durchführen zu können. Diese vermitteln Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit, Pflegepersonal und Ärzten in der Kranken- und Altenpflege, Seelsorgern und Mitarbeitenden in Ethik-Komitees und weiteren Einrichtungen Wissen, Qualifikation und Fähigkeiten in den Bereichen „hospizliche Haltung“ und „palliative Versorgung“.  

Ziel ist es, Wissen, Qualifikation und Fähigkeiten in den Bereichen hospizliche Kultur und palliative Versorgung – stationär und ambulant – in öffentlichen und privaten Einrichtungen sowie im häuslichen Umfeld zu fördern, wo schwerkranke, alternde und sterbende Menschen gepflegt, begleitet und betreut werden. Dies geschieht in Aus- und Fortbildungen.

Die Kooperationspartner tragen u. a. gemeinsam Verantwortung für:

  • die Bedarfsermittlung und Konzeption geeigneter Kursangebote,
  • die Auswahl und Akquise fachkompetenter Referentinnen und Referenten,
  • die Öffentlichkeitsarbeit des Bildungszentrums und
  • die Kontaktaufnahme und Netzwerkeinbindung möglichst vieler Kommunen, sozialer Einrichtungen und Initiativen der Region.

Der gemeinsame Auftrag wird erkennbar durch ein gemeinsames Logo sowie eine Homepage, die über die Angebote des BHPV informier (derzeit in Erstellung). Landrat Marc-André Burgdorf sieht die Notwendigkeit für ein Bildungszentrum aus mehreren Gründen: „Die Gesundheitsregion Emsland bietet uns eine große Chance, den Fokus gezielt auf eine Problematik zu richten, den Blick zu schärfen, uns zu vernetzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“ In der Hospizbegleitung und Palliativversorgung müsse sektorenübergreifend zusammengearbeitet werden. Der Landkreis wolle diesen Prozess vorantreiben, ihm komme eine moderierende und koordinierende Rolle zu. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands e. V., hob hervor, dass mit dem Bildungszentrum Vernetzung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Hospiz- und Palliativarbeit ausgebaut würden. Hardinghaus sieht die Aufgabe des BHPV auch in der Kontaktaufnahme und Netzwerkeinbindung weiterer Kommunen, sozialen Einrichtungen und Initiativen der Region: „Hier wird der Grundsatz ‚Hospizarbeit ist Netzwerkarbeit‘ weitergedacht im Sinne von ‚Hospizarbeit ist – auch – vernetzte Bildungsarbeit‘“. 

Abschließend betonte er: „Wissen um die Hospizidee und hospizliche Haltung ist Herzensbildung und damit die beste Grundlage für Fürsorgebereitschaft und Solidarität mit den Menschen am Lebensende.“ Carmen Breuckmann-Giertz, Vorsitzende der Meppener Hospizhilfe e. V. und Mitglied im Vorstand des DHPV, und Birgit Stoßberg, Vorsitzende des Lingener Hospiz e. V., schilderten, wie die Idee des hospizlichen Bildungszentrums geboren wurde: Sowohl Ehrenamtliche als auch Fachkräfte brauchen für eine fachliche und menschlich gute Begleitung schwerstkranker, sterbender und trauernder Menschen intensive Aus-, Fort- und Weiterbildungen. Aus diesem Impuls heraus seien sie mit ihrer Idee auf das LWH und den Landkreis Emsland zugegangen. 

Markus Wellmann, Studienleiter im LWH, beschrieb schließlich, welche Angebote das BHPV bereits geplant habe. Dazu gehören Seminare für Angestellte in den 40 Einrichtungen der stationären Altenhilfe im Emsland, die mit der Verleihung des Hospiz-Siegels durch den Landkreis verbunden sind. Inhalte der Schulung sind unter anderem Trauerarbeit, Kommunikation, ethische Fragen am Lebensende und auch Selbstsorge. Dieses Vorhaben wird von der Techniker-Krankenkasse gefördert.

 

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