Illegales Rennen auf der Salzbergenerstraße in Rheine

Rheine – Im Kreis Steinfurt gibt es eine sogenannte Tuningszene, die sich dadurch auszeichnet, dass von Haus aus schon sportliche Kraftfahrzeuge durch die
Eigentümer noch einmal aufbereitet werden. So hat dann der Golf GTI, der schon ab Werk über genügend PS verfügt, nochmals eine gehörige Portion Kraft dazu bekommen oder der BMW ein noch tieferes Fahrwerk und einen noch sportlicheren
lauteren Auspuffklang. Damit man für seine Arbeit am Fahrzeug auch die nötige
Anerkennung in der Szene erfährt, trifft man sich an den verschiedensten
Örtlichkeiten im Kreis und präsentiert untereinander die Fahrzeuge. Den
besonderen Kick bringt es dann offensichtlich, sich mit diesen Fahrzeugen im
öffentlichen Verkehrsraum zu bewegen und mal an der roten Ampel die Muskeln
spielen zu lassen. Neben der Tuningszene gibt es noch eine kleinere Raserszene,
die sich durch illegale Rennen im öffentlichen Verkehrsraum den besonderen Kick
verschafft. Illegale Straßenrennen erfüllen einen schwerwiegenden
Straftatbestand und ziehen empfindliche Geldbußen oder eine Freiheitsstrafe nach
sich. Es gibt genügend Beispiele, siehe Berlin, wo sich die Fahrer maßlos
überschätzt und schwerste Verkehrsunfälle provoziert haben. Viele
Verkehrsteilnehmer sind dabei schwer verletzt oder sogar getötet worden. Die
Rechtsprechung kennt in derartigen Fällen keine Gnade. Nicht selten werden
Urteile wegen Mordes oder Mordversuch ausgesprochen. Der Polizei im Kreis
Steinfurt sind diese unterschiedlichen Gruppen bekannt. In verschiedenen Orten
wurden in der Vergangenheit sportlich aufbereitete Karossen angehalten und
kontrolliert. In einigen Fällen stellten die Polizisten die Fahrzeuge sicher und
führten sie dem TÜV vor, um das Ausmaß der Veränderungen für das anstehende
Strafverfahren dokumentiert zu bekommen. Die Eigentümer der Sportwagen mussten
danach oft tief in die Tasche greifen, um vom TÜV wieder die Freigabe ihres
Fahrzeugs zum Straßenverkehr zu bekommen. Rechnungen von 1.000 Euro und mehr
waren zu begleichen, denn die Fahrzeuge wurden erst dann wieder freigegeben,
wenn sie in den Originalzustand versetzt worden waren. In den Fällen, wo es
Anhaltspunkte auf ein illegales Straßenrennen gab, wurden sofort von den
einschreitenden Polizeibeamten das Fahrzeug, der Führerschein und auch das
Mobiltelefon beschlagnahmt. Am Freitagabend (11.12.) waren Polizisten in Rheine
unterwegs, um die Tuning- und Raserszene zu beobachten. Die Beamten hatten
Erkenntnisse darüber, dass 25 bis 30 Fahrzeuge im Stadtgebiet in bekannter
Manier unterwegs waren. Gegen 23.00 Uhr bemerkten Einsatzkräfte auf der
Salzbergener Straße zwei Pkw, die mit überhöhter Geschwindigkeit andere
Fahrzeuge überholten. An der nächsten roten Ampel standen beide Fahrzeuge vorne
nebeneinander. Offensichtlich wollten sich diese Kontrahenten ein Rennen
liefern. Mehrfaches Aufheulen der Motoren deutete auf den bevorstehenden Start
hin. Bei Grünlicht starteten beide mit durchdrehenden Reifen, um dann mit hoher
Geschwindigkeit bis zur nächsten roten Ampel zu fahren. Bei Grünlicht
wiederholte sich dann das Procedere. Die Beamten verfolgten die beiden Pkw,
einen BMW 335i und einen Mercedes Benz E 500. Mithilfe von uniformierten Kräften
wurden die beide Fahrzeuge angehalten und eingehend kontrolliert. Die
Führerscheine wurden in amtliche Obhut genommen und insgesamt fünf Mobiltelefone
sichergestellt. Die beiden Pkw durften fortan nicht mehr bewegt werden und
wurden an Ort und Stelle ebenfalls beschlagnahmt. Ein weiteres Fahrzeug, ein
frisierter VW Polo, wurde in der Nacht gegen 03.20 Uhr im Stadtgebiet von Rheine
von den Polizeibeamten angehalten und kontrolliert. Der Fahrer des Polos hatte
versucht, vor einer Kontrolle zu flüchten und war mit sehr hoher Geschwindigkeit
und ohne Beleuchtung durch eine 30er Zone davon gefahren. Dieses Fahrzeug
gehörte ebenfalls eindeutig zur Tuning- und Raserszene und war zuvor schon im
Stadtgebiet fahrender Weise aufgefallen. Die Polizisten beschlagnahmten auch
dieses Fahrzeug. Dazu nahmen die Beamten dem Fahrer den Führerschein und zwei
Mobiltelefone ab. Die Polizei im Kreis Steinfurt behält die Szene im Fokus. Die
uniformierten und zivilen Beamten sind fortwährend in allen Städten und
Gemeinden unterwegs, um rigoros ein Schaulaufen und illegale Rennen zu
unterbinden. Das konsequente Durchsetzen von strafprozessualen Maßnahmen
versetzt der Szene immer wieder einen empfindlichen Stachel. Dies wird aber in
der letzten Konsequenz dazu führen, den öffentlichen Verkehrsraum wieder
sicherer zu gestalten und die Gefahren für die Verkehrsteilnehmer auf ein
Mindestmaß zu reduzieren.

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