Kolpingbildungstag in Lohne mit Weihbischof Wübbe Franziskus ist ein Papst der bewegt

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Weihbischof Johannes Wübbe (Mitte) zelebrierte zusammen mit Ehrenbezirkspräses Pfarrer August Raming und Pastor Paul Berbers die Sonntagsmesse.

Die Lohner Kolpingfamilie hat am Sonntagmorgen den Kolpingbildungstag arrangiert. Gast war Weihbischof Johannes Wübbe, der zusammen mit Ehrenbezirkspräses Pfarrer August Raming und Pastor Paul Berbers die Sonntagsmesse zelebrierte. In seinem Referat im Pfarrzentrum erklärte Wübbe, dass Papst Franziskus ein Oberhaupt der Kirche sei, das etwas bewege.

Lohne. Mit den Bannerträgern voran zogen die Geistlichen in die St. Antonius Kirche ein. In seiner Predigt stellte der Weihbischof die Barmherzigkeit in den Vordergrund. Im Pfarrzentrum ging er auf Papst Franziskus ein, der bei seinen vielen Reisen mit seiner offenen und herzlichen Art immer wieder die Menschen begeisterte. Auch Wübbe, der am 18. Juni 2013 vom Papst zum Titularbischof von Ros Cré und zum Weihbischof in Osnabrück erwählt worden war, begeisterte die über 120 Kolpinger aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim.

Wilfried Ripperda, Vorsitzender des Kolping-Bezirksverbandes Lingen, hieß den Weihbischof ebenso herzlich willkommen wie die Vertreter der einzelnen Kolpingfamilien, Diözesansekretär Markus Silies sowie die Landtagsabgeordneten Reinhold Hilbers und Heinz Rolfes. Pfarrer Raming stellte heraus, dass mit dem Papst frischer Wind gekommen sei, der sich auch ein wenig auf Bischof Bode und Weihbischof Wübbe übertragen habe.

In seinem Referat stelle Wübbe heraus, dass der Papst mit seiner offenen und herzlichen Art die Menschen begeistere, aber es gebe auch teilweise massive Kritik, die keineswegs nur von Kirchenoberen aus dem Vatikan geäußert werde. „Wir alle spüren, dass Papst Franziskus bewegt, und es ist wirklich nicht immer so ganz klar zu er­kennen, wer sich wie bewegt fühlt und was er wirklich in Bewegung bringt“, so Wübbe. Seit dem ersten öffentlichen Auftreten dieses Papstes sei klar: Da liege was Neues, Aufregendes in der Luft.

Nach der Wahl am 03. März 2013 trat als Papst ein äußerst zurückhaltend wir­kender, freundlich blickender Mann in schlichter weißer Soutane auf die Loggia des Petersdomes und begrüßte die Menschen mit einem schlichten „Buona sera“. „Er sagt von sich selber, die Kardinäle hätten ihn „vom Ende der Welt“ hergeholt – nein, nicht um das Papstamt zu bekleiden, sondern um der Diözese Rom einen neuen Bischof zu geben.“ Schon da dürfte einer überraschten Kirchen- und Weltöffentlichkeit wenigstens andeutungsweise klar geworden sein, dass sich etwas in der Ausübung des Petrusdienstes ändern würde. Aber natürlich habe sich erst nach und nach herausgeschält, in welche Richtung es gehen würde. „Und dann folgten für Viele beinahe unerhörte Schritte.“

Die Medien schrieben, dass der Papst nicht mehr im Apostolischen Palast wohne, sondern im Gästehaus Santa Martha. Er laufe in schwarzen Gesundheitsschuhen herum und lasse sich im Ford Focus kutschieren. Seine erste Reise habe ihn ins Flüchtlingslager nach Lampedusa geführt. „Die Gläubigen sind angetan: Noch nie kamen so viele Menschen zu den Mittwochsaudienzen auf den Petersplatz, jede Woche sind es mehre­re zehntausend.“ Der Papst bewege Menschen in ganz verschiedener Weise. Er möchte die konsequente Orientierung der Kirche an der Option für die Armen, die Entwicklung einer ganzheitlichen Ökologie als Zukunftsvision für Europa und die ganze Welt, die Barmherzigkeit als die entscheidende Richtschnur seelsorglichen und pastoralen Handelns, wobei sich nicht zuletzt darin das Wesen einer missionarischen Kirche zeige, erklärte Wübbe.

Der Papst fordere, dass eine nachhaltige soziale Entwicklung der Armen und Benachteiligten einsetzen müsse. Alle Menschen hätten gegen ausbeuterische Wirtschaftssysteme anzugehen. Das sei eine gesellschaftliche Notwendigkeit um der Zukunft der Menschheit insge­samt willen. Ohne Solidarität und Gerechtigkeit würden die Lebensgrundlagen der Welt insgesamt auf Dauer vernichtet. Die derzeitigen Flucht- und Migrations­bewegungen seien nicht nur Ergebnis aktueller Kriege und Konflikte, sondern auch Ergebnis längerfristig gewachsener Ungerechtigkeit, des Lebens einiger Menschen und Gesellschaften vieler anderer des Nordens auf Kosten der Menschen im Süden. Es gehe aus Sicht des Papstes um alle Formen der Armut und des Elends, nicht nur in wirtschaftlich ärmeren Teilen der Erde, sondern auch in den sozialen Randgebieten der materiell reicheren Länder.

Zusammengefasst erklärte Wübbe, dass Option für die Armen eine Option für den Menschen und für seine von Gott gegebene Würde sei. Der Papst habe geschrieben: „Unser Einsatz besteht nicht ausschließlich in Taten oder in Förderungs- und Hilfs­programmen; was der Heilige Geist in Gang setzt, ist nicht ein übertriebener Aktivis­mus, sondern vor allem eine aufmerksame Zuwendung zum anderen, indem man ihn als eines Wesens mit sich selbst betrachtet. Diese liebevolle Zuwendung ist der An­fang einer wahren Sorge um seine Person, und von dieser Basis aus bemühe ich mich dann wirklich um sein Wohl. Das schließt ein, den Armen in seinem besonderen Wert zu schätzen, mit seiner Wesensart, mit seiner Kultur und mit seiner Art, den Glauben zu leben.“

Das Oberhaupt der Kirche sehe die Barmherzigkeit als die entscheidende Richtschnur seelsorglichen und pastoralen Handelns und Wesenszug einer missionarischen Kirche. „Miserando atque eligendo“ (Aus Barmherzigkeit erwählt) laute der Wahlspruch des Papstes. Seine klare Botschaft: „Heute ist die Zeit der Barmherzigkeit“ – für dich und durch dich.“  Diözesansekretär Markus Silies stellte in der abschließenden Diskussion fest: „Wenn Adolf Kolping noch leben würde, wären er und Papst Franziskus gute Freunde.“

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