Landkreis lässt Datenlage ermitteln Wissenschaftliche Analyse soll Aktivitäten der Gesundheitsregion Emsland stützen

Meppen. Um die Aktivitäten der Gesundheitsregion Emsland auf der Grundlage einer genauen Datenlage weiterentwickeln zu können, soll eine wissenschaftliche Analyse der Gesundheitsversorgung im Landkreis Emsland erstellt werden. „Es ist unseres Wissens erstmals der Fall, dass ein Landkreis in Niedersachsen eine solche grundlegende Untersuchung durchführen lässt“, sagt Landrat Reinhard Winter. Insbesondere die Versorgung des älteren Menschen im Emsland solle dabei in den Fokus genommen werden.

Gesundheitsregion Analyse

Sozialdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis, Dr. Neeltje van den Berg von der Universität Greifswald und Johanna Sievering, Fachbereichsleiterin Gesundheit (v. l.) bei der Vorstellung der Datenanalyse, die für die Weiterentwicklung der Gesundheitsregion durchgeführt werden soll. (Foto: Landkreis Emsland)

 

Unter der  Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann wird die Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health der Ernst-Moritz-Universität in Greifswald die Analyse durchführen. Dr. Neeltje van den Berg der Universität Greifswald stellte während der Auftaktveranstaltung im Meppener Kreishaus am Mittwoch (5. April) die Inhalte der Analyse vor. So sei zunächst geplant, einen Versorgungsatlas zu erstellen, der geografisch erfasst, wo Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall am häufigsten zu verzeichnen sind. Zudem sollen die Leistungserbringer aus den verschiedenen Bereichen der medizinischen und pflegerischen Versorgung darin aufgeführt werden.

In einem zweiten Teil soll das im Jahr 2011 gegründete Demenz-Servicezentrum des Landkreises Emsland evaluiert werden, um dieses zukunftsgerichtet fortführen zu können.  In einem dritten Teil wird die geriatrische Versorgung im Landkreis Emsland in den Blick genommen. Geplant sind eine Ist-Analyse der Versorgungsstrukturen sowie eine Untersuchung der Vernetzung zwischen den verschiedenen Leistungserbringern wie u. a. Ärzte, Krankenhäuser und Pflegedienste. Hierzu werden u. a. Experteninterviews und Befragungen überwiegend mit Ärzten, aber auch hinsichtlich des Demenz-Servicezentrums mit Patienten und Nutzern dieses Services durchgeführt.

„Aus den Ergebnissen sollen Handlungsbedarfe und notwendige Strukturveränderungen abgeleitet werden, die die regionale Gesundheitsversorgung fortschrittlich voranbringen sollen“, erläutert Winter.

Die Gesundheitsregion Emsland ist aus dem Landesprojekt Zukunftsregion Gesundheit erwachsen und besteht seit Anfang 2014. Im Rahmen der Gesundheitsregion hat sich der Landkreis Emsland in den zurückliegenden Jahren verstärkt mit der Gestaltung des Gesundheitswesens vor Ort befasst. In den Bereichen „Verbesserung der ärztlich-medizinischen Versorgung“, „Älterwerden und Gesundheit“ sowie „Prävention und Gesundheitsförderung“ wurden bereits unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, um die wohnortnahe gesundheitliche Versorgung sicherzustellen und die Prävention und Gesundheitsförderung zu stärken.

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