Lingener Pflegedienst nimmt an Fahrsicherheitstraining teil Sicher zum Patienten und zurück

Das Fahrtechnik und Ausbildungszentrum (FAZ) mit Sitze in Holsterfeld hat mit dem Pflegedienst Lippert aus Lingen dessen Personal für ihre Fahrten zu den Patientent ein intensives Fahrsicherheitstraining durchgeführt. Die Teilnehmer wurden in Theorie und Praxis geschult, wie sie ihren Pkw in Gefahrsituationen besser beherrschen können. Es ist der einzige Pflegedienst im Emsland, der regelmäßig Fahrsicherheitstraining durchführt.

 

Dreierwalde. Auf dem ehemaligen Flugplatz im westfälischen Dreierwalde, wo einst Düsenjäger der Luftwaffe starteten, nahmen 30 Damen und Herren an einem intensiven Fahrsicherheitstraining teil. Es waren Mitarbeiter des Pflegedienst Lippert aus Lingen, der Lingener Stadtverwaltung, vom Jugend- und Familiendienst Rheine, FSP Sachverständigenbüro Spelle, von der Niels-Stensen Klink Georgsmarienhütte und vom Kollegium des Gymnasium Johanneum „Schloss Loburg“ aus Ostbevern.

Der Leiter des FAZ Ewald Rühlmann (Thuine) und Experte und Dozent Dieter Lohmann (Spelle) machten die Absolventen im Schulungszentrum zunächst theoretisch mit dem vertraut, was auf sie in brenzligen Verkehrssituationen zukommen kann. Die Fahrphysik und die Fahrdynamik ihrer mitgebrachten Fahrzeuge standen dabei im Vordergrund.

Martina Lippert, die zusammen mit ihrer Tochter Anne-Christine den Pflegedienst leitet, erklärte: „Seit 1994 sind unsere kompetenten, ständig geschulten Mitarbeiterinnen im Altkreis Lingen für die Versicherten der gesetzlichen und privaten Kranken- und Pflegekassen im Einsatz. Sie fahren jeden Tag bis zu 80 Kilometer. Damit sie auch immer umsichtig fahren und heil hin sowie zurückkommen, ist es sehr wichtig, dass sie alle 18 Monate an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen, wie es das FAZ durchführt.“

Für die Pflegedienstchefin, die ihren zehnjährigen Pflegediensthund „Urus vom alten Jäger“ ordnungsgemäß im Fahrzeug sichert, sei es sehr wichtig und sinnvoll, dass mit dem Fahrsicherheitstraining ihr Personal das richtige Gefühl für die Dienstfahrzeuge bekomme. „Bei dem FAZ lernen sie, was in Notsituation auf sie zukommt und wie sie dann besser reagieren können“, betonte Martina Lippert und ergänzte: „Es ist auch unsere Fürsorgepflicht ihnen gegenüber.“

Gut auf den praktischen Part vorbereitet lernten die Teilnehmer/innen im Fahrbetrieb auf der ehemaligen Start- und Landebahn in realistischen Gefahrensituationen richtig zu reagieren. Rühlmann und Lohmann machten den Absolventen klar, dass das Fahren bei jedem Wetter andere Situationen mit sich bringe und richtige Reaktionen erfordere. Diese Erfahrung machten die Aspiranten auf der trockenen Asphaltdecke, wo sie zunächst auf dem abgesteckten Parcours mit Geschwindigkeiten von 30 bis maximal 50 km/h Slalom fuhren. Dabei bekamen sie schnell in Griff, wie man das sich aufschaukelnde Fahrzeug wieder stabilisiert und in die Fahrspur zurücklenkt.

Bei kontrollierten Vollbremsungen mit ABS mussten die Schützlinge zunächst aus einer Geschwindigkeit von 30 km/h voll in die „Eisen“ treten, danach mit 50, 70 und 100 km/h. Schnell wurde ihnen klar, dass es gravierende Unterschiede zwischen dem Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg gibt. Wie Rühlmann und Lohmann erklärten, sei der Reaktionsweg die Strecke, die ein Fahrzeug in der Zeit zurücklege, die der Fahrer brauche, um eine Situation zu erkennen und mit dem Fuß anfange das Bremspedal zu drücken. Die Geschwindigkeit ändere sich während dieses Ablaufs nicht. Der Bremsweg sei die Strecke, die ein Fahrzeug in der Zeit vom treten des Bremspedals bis zum Stillstand zurücklege. Der Anhalteweg sei also die Strecke des Fahrzeugs vom Erkennen der Situation bis zum Stillstand.

Die komplette Ausbildung wurde auch auf nasser Fahrbahn durchgeführt. Die Absolventen fuhren zunächst auf dem Streckenabschnitt mit 15, 25 und 30 km/h. Dabei stellten sie fest, dass mit zunehmender Geschwindigkeit die Haftung der Fahrzeugreifen nachließ und der Wagen nicht auf Lenkbewegungen reagiert. Nach ein paar Durchgängen bewiesen sie das richtige Fingerspitzengefühl und hatten den ausbrechenden Pkw oder Kleinbus wieder unter Kontrolle.

Rühlmann und Lohmann erklärten, dass das Wissen über die Fahr-Physik und Beherrschen der Fahr-Dynamik entscheidend sei. Bei Fahrzeugen werde der Kontakt zur Fahrbahn nur durch mehrere etwa handtellergroße Flächen übertragen. Bei normaler Fahrt liege der Kraftbedarf aller Räder gleich.

Durchdrehende Räder infolge von Antriebsmomenten bei Kurvenfahrt führten zum Untersteuern bei frontangetrieben und zum Übersteuern bei hinterachsangetriebenen Fahrzeugen. Moderne Fahrzeuge hätten daher Regelsysteme wie ESP, die großen Schlupf beim Bremsen und Antreiben, sowie in Querrichtung verhinderten, so die Experten. Beim Bremsen während einer Kurvenfahrt würden sie von den Insassen als Zentrifugalkraft nach vorne wahrgenommen. Fahrzeuge mit hohem Schwerpunkt könnten bei ungünstiger Beladung die Kippgrenze erreichen.

Fahrtechnik- und Ausbildungszentrum, Holsterfeld 4, 48499 Salzbergen, Telefon 05971 / 800 34 62, Fax 05971 / 800 34 63, mobil 0171 / 317 74 32, E-Mail: FAZ@Fahrtechnik.de, Internet: www.Fahrtechnik.de.

 

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