Mit 450 PS starken Wagen direkt an der Polizeiwache in Rheine vorbei

Rheine  – Der Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde hat in den vergangenen zwei Wochen im Stadtgebiet mehrfach Kontrollen durchgeführt – mit besonderem Augenmerk auf die Tuner-Szene, also auf solche Fahrzeuge, an denen optische oder technische Veränderungen vorgenommen wurden. Nicht immer sind solche Veränderungen legal, etwa wenn die Autos zu tief liegen, die Motoren zu laut sind oder die Wagen zu viele Pferdestärken haben. Ähnlich war es in fünf Fällen, in denen die Polizei die Fahrzeuge sichergestellt hat. Das bedeutet: Die Pkw dürfen im öffentlichen Verkehrsraum nicht mehr gefahren werden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag zog ein Audi RS 6 die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich.

Zu tief, zu laut, zu viele PS

Auf der Hansaallee fuhr ein 25-jähriger Rheinenser seinen 450 PS starken Wagen direkt an der Polizeiwache in Rheine vorbei. Kein kluger Schachzug, denn die Beamten hörten das zu laute Röhren des Audi-Motors. Bei der Sicherstellung des Pkw stellte sich heraus, dass die Schalldämpferanlage illegal manipuliert worden war. Darüber hinaus stellte ein Sachverständiger fest, dass eine zusätzliche Ladeluftkühlung und nicht serienmäßige Turbolader verbaut waren. Daraufhin wurde der Audi auf einem Leistungsprüfstand untersucht. Tatsächlich war die Motorleistung des ohnehin flotten 450-PS-Wagens auf knapp 572 PS gesteigert worden. Die Betriebserlaubnis war somit erloschen. Der Halter muss neben einer Ordnungswidrigkeitsanzeige mit Kosten im vierstelligen Bereich rechnen – für die Sicherstellung, das Abschleppen, das Gutachten sowie die Leistungsüberprüfung.

Anfang des neuen Jahres war der Verkehrsdienst erneut unterwegs, um illegalem Auto-Tuning auf die Spur zu kommen. Sichergestellt wurde am Neujahrstag der VW Golf eines 29-jährigen Gronauers, der ebenfalls vor der Wache in Rheine auffiel.

Der Wagen hatte eine defekte Auspuffanlage und war zu laut. Hinzu kam ein illegal verbautes Fahrwerk, wodurch das Auto zu tief lag. Der Fahrer darf seinen Wagen nicht mehr auf die Straße bringen, es sei denn, er baut die illegalen Veränderungen zurück und behebt die Mängel. So erging es zwei weiteren Autobesitzern, deren Wagen von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wurden: einem 35-Jährigen aus Schapen (Landkreis Emsland) sowie einem 19-jährigen Mesumer. Der

300 PS starke Golf R des 35-Jährigen, der vom Lidl-Parkplatz am Bahnhof gefahren kam, war illegal tiefer gelegt worden. Das Fahrzeug darf im Straßenverkehr nicht mehr geführt werden. Ebenso wie der Golf GTI des 19-Jährigen aus Mesum, der über den Kardinal-von-Galen-Ring fuhr – mit einem auffällig lauten Motorgeräusch. Das Fazit des Verkehrsdienstes nach Überprüfung durch einen Sachverständigen:

Mittelschalldämpfer illegal entfernt, Betriebserlaubnis erloschen. Der Audi A 3 eines 52-jährigen Rheinensers, der am Lingener Damm angehalten wurde, lag ebenfalls zu tief. Nachträglich ins Fahrwerk eingebaute Federn hatten sich vermutlich gesenkt. Am Unterboden des Fahrzeugs waren Streifspuren erkennbar.

Der Audi wurde sichergesellt und untersucht, und es wurde eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gefertigt. Die Polizei im Kreis Steinfurt wird auch weiterhin Kontrollen in der Auto-Tuner-Szene durchführen. Denn illegale Manipulationen gefährden die Sicherheit im öffentlichen Verkehrsraum.

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