Informationsabend zur Renaturierung des Naturschutzgebietes „Speller Dose“

 

Spelle – Am Montag, den 04. Mai 2026, fand im Speller Moorcafé ein Informationstreffen zur Zukunft der Flächen des Naturschutzgebietes Speller Dose statt. Bei dem Treffen wurden Möglichkeiten zur Wiedervernässung des Moores vorgestellt, um langfristig wieder von den ökologischen Vorteilen eines Moores zu profitieren.

 

Das Naturschutzgebiet besteht aus insgesamt 139 Parzellen. Davon sind bereits knapp 70 % in Besitz des Landkreises Emsland. Die übrigen Flächen verteilen sich überwiegend auf private Eigentümerinnen und Eigentümer sowie in geringerem Umfang auf weitere öffentliche und institutionelle Eigentümer. Mit dem Treffen wurde Eigentümern und Eigentümerinnen sowie Eigentumsgemeinschaften der Flächen die Gelegenheit geboten sich mit den möglichen Maßnahmen vertraut zu machen. Die Veranstaltung, initiiert von der Samtgemeinde Spelle, bot neben einem kleinen Imbiss Raum für offene Gespräche und den Austausch von Fragen und Perspektiven.

Der Samtgemeindebürgermeister Matthias Sils eröffnete das Treffen mit einem Überblick über den aktuellen Eigentumsstatus, die Birkenproblematik und die vielfältigen Funktionen des Moores als Wasserspeicher und Klimapuffer. Er verdeutlichte, dass die Wiedervernässung nicht nur den ökologischen Wert des Gebiets sichern, sondern auch das Mikroklima stabilisieren und die Grundwasserneubildung unterstützen kann. Weiterhin wies er auf die Möglichkeit einer Wiederherstellung des Moorlehrpfades hin. Diese wäre auch für die regionale Sichtbarkeit und den touristischen Nutzen wieder ein großer Pluspunkt.

Im Anschluss präsentierte Dr. Niels Gepp vom Landkreis Emsland die Bedeutung des Hochmoors für den Klimaschutz (CO₂‑Speicherung), die Artenvielfalt und den Hochwasserschutz. Er erläuterte die bereits erarbeiteten Konzepte zur Wiedervernässung, die Schließung von Entwässerungsgräben und die Wiederherstellung typischer Moorvegetation. Darüber hinaus wurde ein konkretes Kaufangebot für die betroffenen Flächen vorgestellt.

Dipl.-Ing. Anke Paulsen, GIS‑Analystin und Beraterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, brachte die Sicht der Landwirtschaft ein. Im Gebiet liegen derzeit keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Die Sorge der Landwirte, dass durch die Ausweitung von Flora und Fauna angrenzende Parzellen in den Naturschutz einbezogen werden könnten, widerlegte Frau Paulsen. Sie betonte, dass ein Verkauf an den Landkreis das Mitspracherecht der Landwirte nicht gefährde. Im Namen der Kammer bot sie Unterstützung bei Vermittlung, Begleitung und Moderation an.

Die Samtgemeinde positioniert sich als Vernetzer. Sie soll alle Akteure und Akteurinnen zusammenbringen, die Sensibilisierung für den Mehrwert des Moores verstärken und die historische Verantwortung – die familiären Geschichten des Torfabbaus – würdigen. Die Renaturierung des Hochmoors wird als Chance für die gesamte Region gesehen. Sie stärkt den Klimaschutz, fördert den Natur‑ und Bildungstourismus und schafft ein gemeinsames kulturelles Erbe.

Im Ausblick wurden die nächsten Schritte vereinbart. In den kommenden Wochen finden individuelle Gespräche zur Vertragsgestaltung statt. Die Samtgemeinde Spelle wird die Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen gemeinsam mit dem Landkreis koordinieren und dabei die Interessen der Eigentümer und Eigentümerinnen berücksichtigen.

 

Die Akteurinnen und Akteure des Abends (v. l. n. r.): Dr. Niels Gepp, der Allgemeiner Stellvertreter des Samtgemeindebürgermeisters Stefan Sändker, Klimaschutzmanagerin Olesa Schleicher-Deis, Samtgemeindebürgermeister Matthias Sils, Dipl.-Ing. Anke Paulsen und der Bürgermeister der Gemeinde Spelle, Stefan Heeke.

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