Landkreis Emsland schafft semi-stationäre Messanlage zur Unfallprävention an

Artikel vom 4. März 2026

 

 Meppen. Unfallforscher betonen seit Jahren: Eine größere Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf den Straßen könnte für mehr Sicherheit sorgen. Allerdings wird der Ruf nach Kontrollen nicht gern gehört, wenngleich er notwendig ist, um die Unfallprävention im Straßenverkehr zu stärken. Für eine optimierte Verkehrsüberwachung hat der Landkreis Emsland nun eine teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage (umgangssprachlich „Blitzer“) angeschafft, die seit Mitte Februar im gesamten Kreisgebiet im Einsatz ist.

„Wir haben das Gerät erworben, um die Geschwindigkeitsüberwachung zu verstärken, weil wir wissen, dass weniger Geschwindigkeitsverstöße eben auch eine verringerte Anzahl von Unfällen mit Verletzten und/oder Toten bedeuten. Wir hoffen auf einen erzieherischen Effekt und auf die Einsicht und Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer, generell rücksichtsvoll zu fahren“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. 

Der Flächenlandkreis Emsland mit seinen zahlreichen Land- und Bundesstraßen ist prädestiniert für eine hohe Zahl von Verkehrsunfällen. Alljährlich kommt es zu mehreren Tausend Unfällen, bei denen es zahlreiche Verletzte und mehrere Unfalltote zu beklagen gibt. Eine überhöhte Geschwindigkeit ist insbesondere bei jungen Fahrern eine der Unfallursachen Nummer eins. „Seit 2012 konnten wir eine abnehmende Tendenz bei der Zahl der Unfalltoten beobachten – eine erfreuliche Entwicklung, die sich gegenwärtig auch bundesweit leider in die andere Richtung bewegt. Es ist alarmierend, wenn 2023 im Emsland insgesamt 33 und 2024 insgesamt 24 Personen bei Verkehrsunfällen getötet werden und wir müssen dem entgegenwirken“, betont Burgdorf. In den vergangenen vierzehn Jahren war 2017 mit neun Verkehrstoten der niedrigste Stand verzeichnet worden. 2023 wurde in diesem Zeitraum der Höchststand erreicht. 

Der teilstationäre Blitzer soll nun an verschiedenen Orten im Landkreis Emsland eingesetzt werden. „Durch die Mobilität wird ein Gewöhnungseffekt vermieden und durch längere Messzeiten, die rund um die Uhr möglich sind, erzielen wir eine höhere Effektivität“, erläutert der zuständige Dezernent Christoph Exeler. Zudem könne mit der teilstationären Anlage schnell auf sich ändernde Anforderungen wie beispielsweise Unfallhäufungen reagiert werden, so Exeler weiter.

Die Anlage selbst ist batteriebetrieben und geeignet für den temporären Einsatz bis zu 10 Tagen ohne Unterbrechung. Sie überwacht durch den Einsatz von zwei Kameras beide Fahrtrichtungen zeitgleich. Bei einer festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitung werden die erhobenen Daten unmittelbar per Datenfernübertragung in das Meppener Kreishaus übermittelt. „Das nimmt den Anreiz, Messgeräte zu beschädigen oder zu zerstören, da die Daten direkt nach dem Blitzvorgang zur weiteren Bearbeitung in der Bußgeldstelle vorliegen“, spielt Exeler auf die Sabotage mehrerer Anlagen Anfang des Jahres an. Von Vorteil ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Funktionsfähigkeit der Anlage jederzeit vom Schreibtisch aus überprüft werden kann bzw. eine Meldung erfolgt, wenn eine Störung eintritt.

Der zuständige Dezernent Christoph Exeler macht deutlich, dass Geschwindigkeitsmessungen der Unfallprävention dienen.

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