Zum Ende der englischen Woche erwartet Fußball-Oberligist SC Spelle-Venhaus am Sonntag um 15 Uhr im heimischen Getränke Hoffmann Stadion den FC Verden. Beim dritten Spiel binnen zehn Tagen soll endlich der erste Sieg im neuen Jahr gelingen. Nach der Derby-Enttäuschung am Biener Busch erwartet Trainer Henry Hupe eine Reaktion.

Die Analyse des Spiels vom Mittwoch beim SV Holthausen Biene steht am Anfang der Trainingseinheit am Freitag. Nach der 3:1-Führung kassierten die Speller trotz 40-minütiger Überzahl noch das 3:3. „Das tut immer noch weh“, sprach Trainer Henry Hupe von einem Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlt. „Es ging ja nicht nur um drei Punkte, sondern um einen Derby-Sieg.“
Bei der Analyse nahm der 28-Jährige kein Blatt vor den Mund. Mit dem ersten Treffer von Jip Kemna ging der Gast früh in Führung. Dass Hupes Team Biene mit einem Handspiel nach Abstoß den Ausgleich schenkte, passe vielleicht exemplarisch zum Rest des ersten Durchgangs: Da war es „sehr, sehr schwach“ mit vielen Fehlern. „Das darf in so einem Spiel nicht passieren. Das müssen wir ganz klar ansprechen und an den Stellschrauben drehen, damit uns das nicht mehr passiert.“
Gut 30 Minuten nach der Pause habe es sein Team richtig gut gemacht, sagte der Coach. Die aus taktischen Gründen eingewechselten Tjark Höpfner und insbesondere Jan Popov hätten richtig gut angepackt. Der Jüngste des Popov-Trios habe eine extreme Dynamik ins Spiel gebracht, „immer wieder die Bälle gefordert, sie bekommen und aufgesammelt. Er hat im Dribbling Endduelle gewonnen, genau das, was wir so ein bisschen in der Phase brauchten.“Doch der Biener Anschlusstreffer am Ende einer Speller Fehlerkette sorgte für Verunsicherung. Aber nicht nur in der Defensive gab es Probleme, sondern „schon in der Entscheidungsfindung, wie wir den Angriff starten, gehen wir von unserer Idee weg.“
„Wir haben die Fehler gemacht, nicht einzelne Spieler. Jetzt müssen wir einen Weg gemeinschaftlich als Mannschaft finden“, betont Hupe. Vielleicht sei es ganz gut, dass am Sonntag schnell die Chance auf eine Reaktion gebe. Dabei dürfte das heftige 0:4 in Verden, die erste Speller Auswärtsniederlage, einen zusätzlichen Anreiz schaffen.
Die gut besetzte Bank in Biene deutete an, dass der SCSV wieder über mehr Alternativen verfügt. Aber einige Spieler kommen nach beruflich bedingter Abwesenheit oder nach überstandenen Verletzungen und Erkrankungen noch nicht für längere Einsätze infrage. Jede Trainingseinheit sei für sie gut, um wieder reinzukommen. Deswegen steige die Chance auf mehr Spielzeit.
Nach fast genau einem Jahr Abwesenheit wegen einer Knie- und Meniskusverletzung saß Steffen Schepers am Mittwochabend erstmals wieder auf der Speller Bank. Jetzt hofft der Offensivspieler auf Minuten und Tore.
Verden kommt mit neuem Coach ins Emsland: Kurz vor Weihnachten musste Tim Ebersbach gehen. Nachfolger ist Bastian Reiners. Der 35-Jährige spielt seit 2023 im Verein und ist mit zehn Treffern gefährlichster Schütze der Verdener. Mit Mittelfeldspieler Maurice Kirsch (28 Jahre/Brinkumer SV), Stürmer Lucas Uwandu (19/Bremer SV) und Offensivfußballer Francis Abula Agombire (26/vereinslos, vorher SV Wilhelmshaven) wurden in der Winterpause drei Spieler verpflichtet. Der FC braucht noch ein paar Punkte für den Klassenerhalt. Vor dem aktuellen Spieltag beträgt der Vorsprung auf den wahrscheinlichen Abstiegsrang 13 drei Zähler. 16 der insgesamt 23 Punkte sammelte der Club daheim, auswärts nur sieben.
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