Sterben, Tod und Trauer – Projektwoche in der Johannes Grundschule Spelle

Artikel vom 11. September 2025

 

Anfang September organisierten geschulte Mitarbeiterinnen der Hospizgruppe Spelle e.V. in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen des ökumenisch-ambulanten Hospizvereins Rheine an der Johannes Grundschule in Spelle das einwöchige Projekt „Hospiz macht Schule“.

Viele Kinder sind schon einmal mit den Themen „Verlust“ oder „Tod“ auf unterschiedliche Weise in Berührung gekommen, sei es durch den Tod eines Familienmitgliedes oder eines geliebten Haustieres oder auch durch die Trennung der Eltern oder den Umzug der Familie.

„Hospiz macht Schule“ hat zum Ziel, im Rahmen einer Projektwoche Kinder im Grundschulalter behutsam an das Thema „Tod und Sterben“ heranzuführen und ihnen zu helfen, mit einem eventuellen Verlust besser umgehen zu können.  

Sterben, Tod, Leid, Krankheit, Trauer: Das sind Themen, die Erwachsene gerne von Kindern fernhalten möchten. Auch an der Johannes Grundschule gab es im Vorfeld kritische Eltern. Deshalb wurde vor Beginn der Projektwoche ein Elternabend  veranstaltet, an dem unterschiedliche Perspektiven der elterlichen Sorge wahrgenommen, Fragen und Bedenken thematisiert und die Eltern über Inhalt und Zielsetzung der Projektwoche informiert wurden.

Nach intensiver Vorbereitung führte das „Hospiz macht Schule“-Team die insgesamt 22 Kinder der Klasse 4a auf altersgerechte und einfühlsame Weise an das Thema heran.

Bei dem Konzept handelt es sich um eine 5-tägige Unterrichtswoche mit jeweils 4 Unterrichtsstunden.

Die Kinder lernen, dass Leben und Sterben untrennbar miteinander verbunden sind. Mit Geschichten, Filmausschnitten und kreativem Tun wird ihnen das Thema nahe gebracht. Sowohl in der großen Runde als auch in Kleingruppen haben sie Gelegenheit, in geschütztem Rahmen Fragen zu stellen und ihre Gefühle mitzuteilen. Sie können frei reden, offen fragen, Antworten bekommen, weinen und lachen, traurig und fröhlich sein. Alle Gefühle sind zugelassen.

So ist in den Kleingruppen mit vier oder fünf Schülerinnen und Schülern schnell eine Vertrautheit der Kinder zu den Erwachsenen, Offenheit dem Thema gegenüber sowie ein intensiver Austausch darüber möglich.

Am letzten Tag der Woche präsentierten die Schülerinnen und Schüler den geladenen Eltern mit Stolz und in professioneller Weise ihre Projektergebnisse. Sie zeigten nicht nur beeindruckende Bilder von ihrer Vorstellung vom Jenseits, auch ihrer Gefühlswelt hatten sie in bunten Farben  Ausdruck verliehen. Gemeinsam schaute man dann auch den ganzen Film, mit dem in der Woche immer nur in Abschnitten gearbeitet worden war.

In dieser Woche haben sich nicht nur die Eltern mit wichtigen Fragen beschäftigt – auch die Kinder haben sich einfühlsam und mutig mit Themen wie Abschied, Krankheit und Tod auseinandergesetzt.

All das, was die Kinder bewegt hat –  ihre Sorgen, traurigen Gedanken oder Abschiede – durften sie auf kleine Zettel schreiben. Diese Zettel wurden anschließend in einer Feuerschale verbrannt – ein symbolischer Moment des Loslassens, der vielen Kindern spürbar gutgetan hat.

Zum Abschluss dieses besonderen Tages trugen die Eltern mit liebevoll zubereitetem, buntem Fingerfood und anregenden Gesprächen in entspannter Atmosphäre zu einem rundum gelungenen Ausklang für alle Beteiligten bei. 

Die Klassenlehrerin Romina Röttering äußerte ihren Respekt für die geleistete ehrenamtliche Tätigkeit.

Annette Brinkmann als Schulleiterin freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem „Hospiz macht Schule“-Team, wenn im Laufe des kommenden Schuljahres die Klassen 4b, 4c und 4d im Rahmen dieses Projektes arbeiten werden. Termine wurden schon vereinbart. 

Bestatter Hermann Brinker erklärt den Schülerinnen und Schüler in der Friedhofskapelle seine Arbeit.

_______________________________________________________________

Alle News schnell, aktuell und kostenlos auf dein Handy. Einfach abonnieren und dabei sein!
Klick 👉  ES Media Spelle- WhatsApp Kanal 

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.