„Hospiz macht Schule“: Eine Woche voller Leben, Abschied und Zuversicht

 


Wie gehen wir mit dem Ende des Lebens um? Und was passiert eigentlich, wenn wir traurig sind? Diesen großen Fragen stellten sich vom 4. bis zum 8. Mai die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4d der Johannes-Grundschule in Spelle. Im Rahmen der Projektwoche „Hospiz macht Schule“ erlebten die Kinder fünf intensive Tage, die alles andere als schwermütig waren.
Täglich von 7.45 bis 11.40 Uhr verwandelten sich der Klassenraum und verschiedene Gruppenräume in Orte des Austauschs. Das ehrenamtliche Projektteam der HospizGruppe Spelle und des ökumenisch ambulanten Hospizvereins Rheine begleitete Kinder durch verschiedene Themenbereiche: von Veränderungen im Leben über Kranksein und Wehtun, Sterben und Tod bis hin zum Traurig-Sein und Hoffen und Trösten und Feiern.

Ein besonderes Highlight für die Kinder war der Besuch von Fachleuten aus der Praxis. Eine Ärztin – Frau Dr. Ursula Nieporte –  beantwortete kindgerecht viele Fragen und erklärte, wie Medizin hilft, aber auch, wo ihre Grenzen liegen. Zudem besuchte eine Bestatterin – Frau Jenny Schröder vom Bestattungsinstitut Brinker – die Klasse. In der Friedhofshalle nahm sie mit ihrer offenen Art den Kindern die Berührungsängste vor einem Thema, das im Alltag oft tabuisiert wird und zeigte ihnen hautnah Sarg und Urne. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Chance, viele neugierige Fragen zu stellen, die ausführlich und behutsam beantwortet wurden.

„Es war eine sehr entspannte Woche mit hochinteressanten Themen“, zog das Hospiz-macht-Schule-Team im Rahmen des Abschlussfestes am Freitag ein äußerst positives Fazit. Die Kinder der Johannes-Grundschule machten toll mit, zeigten viel Empathie und bewiesen, dass man auch jungen Menschen zutrauen kann, sich mit den sensiblen Aspekten des Lebens auseinanderzusetzen.

Wie schon in den Klassen 4a, 4b und 4c war das Projekt auch in der Klasse 4d ein voller Erfolg. Neben der Klassenlehrerin Nicole Eilermann brachte auch die Schulleiterin Annette Brinkmann ihren Dank zum Ausdruck. Die Schülervertretung der Johannes Grundschule hatte im Vorfeld eine Waffelback-Aktion durchgeführt. Durch den Verkauf der leckeren, frisch gebackenen Waffeln an die Mitschülerinnen und Mitschüler kam dabei die stolze Summe von 180 Euro für die Unterstützung der HospizGruppe Spelle e.V. zusammen. Herr Dennis Seegers vom Förderverein der Grundschule unterstrich ebenfalls die große Bedeutung des Projektes, dankte allen Beteiligten für ihre engagierte Arbeit und erhöhte den Betrag der Schülervertretung.

So konnte nun die Koordinatorin der HospizGruppe Spelle e.V. – Frau Renate Felix – einen Scheck im Wert von 400 Euro entgegennehmen. Er wurde ihr überreicht von Frau Schiller und Maxililian von der Schülervertretung, von der Klassenlehrein Frau Nicole Eilermann, von Herrn Dennis Seegers vom Förderverein und von der Schulleiterin der Johannes Grundschule Annette Brinkmann.

Das Hospiz-macht-Schule-Team bedankt sich herzlich und blickt zusammen mit der Johannes Grundschule bereits mit Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt, den Kindern Raum für ihre Fragen zum Leben und zum Abschied zu geben.
Dass diese Woche so erfolgreich verlaufen ist, zeigt einmal mehr: Über das Sterben zu reden, bedeutet auch, das Leben schätzen zu lernen.

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