Schapen. Die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Region erhält Verstärkung. Seit April dieses Jahres ist die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Alicia Garbe in Schapen tätig. Kürzlich informierten sich Samtgemeindebürgermeister Matthias Sils, Schapens Bürgermeisterin Petra Kleinbuntemeyer sowie Wirtschaftsförderer Dr. Jens Konermann vor Ort über das Angebot und die aktuelle Situation in der psychotherapeutischen Versorgung.
Ihren Praxisraum hat Alicia Garbe in der Praxisgemeinschaft für Psychotherapie gegenüber dem Modehaus Schulte bezogen. Nach einem Jahr beruflicher Tätigkeit in Spelle wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und entschied sich bewusst für den Standort Schapen.
„Der Schritt in die eigene Praxis war mit einigen Unsicherheiten verbunden, aber die Möglichkeit, hier eigenständig arbeiten und gleichzeitig auf ein kollegiales Umfeld zurückgreifen zu können, hat mir die Entscheidung erleichtert“, erläutert Garbe. Besonders schätzt sie den direkten fachlichen Austausch in der Praxisgemeinschaft sowie die guten Rahmenbedingungen vor Ort. Denn der Standort bietet vielfältige Möglichkeiten für Praxisübungen im Rahmen therapeutischer Behandlungen. Die Nähe zu Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und anderen Alltagssituationen bietet hierfür gute Voraussetzungen. Zudem wurde die Eröffnung der Praxis durch eine Förderung der Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten im Landkreis Emsland unterstützt.
Die approbierte Psychotherapeutin behandelt Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen psychischen Belastungen und Erkrankungen. Zum therapeutischen Angebot gehören sowohl Einzelgespräche mit Patientinnen und Patienten bis zum 21. Lebensjahr als auch Sitzungen mit Eltern oder anderen Bezugspersonen. In der Praxis können sowohl Privat- als auch Kassenpatientinnen und -patienten behandelt werden. Perspektivisch plant Garbe zudem die Einrichtung von Gruppentherapien für Kinder und Jugendliche.
Der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung ist weiterhin hoch. Die Warteliste für einen Therapieplatz beträgt aktuell bis zu einem Jahr. Mit ihrem halben Kassensitz kann Garbe derzeit deutlich weniger Patientinnen und Patienten betreuen, als die Nachfrage eigentlich erfordert. Aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen beeinflussen die Planbarkeit der Versorgung zusätzlich, sodass es künftig auch zu noch längeren Wartezeiten kommen könnte.
Besonders kritisch bewertet Garbe die jüngsten Veränderungen bei der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen. Durch eine aktuelle Entscheidung auf Bundesebene besteht Unsicherheit darüber, wie bestimmte Behandlungsleistungen künftig vergütet werden. Dies erschwert auch Überlegungen, den Kassensitz perspektivisch auszubauen.
Samtgemeindebürgermeister Matthias Sils begrüßte die Ansiedlung ausdrücklich: „Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist ein Grundstein unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass entsprechende Angebote wohnortnah erreichbar sind.“
Auch Bürgermeisterin Petra Kleinbuntemeyer zeigte sich erfreut über die Entwicklung: „Gerade im ländlichen Raum sind Therapieangebote oft schwer verfügbar. Dass sich Frau Garbe für Schapen entschieden hat, stärkt die medizinische Versorgung vor Ort und hilft vielen Familien in der Region.“
Mit ihrer Praxis trägt Alicia Garbe dazu bei, die Versorgungslage im südlichen Emsland zu verbessern – auch wenn die hohe Nachfrage deutlich macht, dass der Bedarf an psychotherapeutischen Angeboten für Kinder und Jugendliche weiterhin groß bleibt.

Es freuen sich mit Alicia Garbe (2. v. l.) Samtgemeindebürgermeister Matthias Sils (l.) Bürgermeisterin Petra Kleinbuntemeyer und Wirtschaftsförderer Dr. Jens Konermann (r.).
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