Ein märchenhaftes Wochenende in Spelle

Im Rahmen der 1. Speller Märchentage ließen sich zahlreiche Besucher*innen am Bürgerbegegnungszentrum Wöhlehof in eine zauberhafte Märchenwelt entführen. Unter der Regie des Theaterpädagogen Marco Knille aus Osnabrück und in Zusammenarbeit mit dem „Forum Kultur erleben“ stellten die beteiligten Protagonisten, fast ausnahmslos Laiendarsteller*innen und Sänger*innen aus der Samtgemeinde und Umgebung, zwei besondere Veranstaltungen auf die Beine.

Bei einer Märchen-Gala zeigte sich, dass dieses Genre nicht nur Kinder begeistern kann. Die Abendveranstaltung richtete sich explizit an Erwachsene. Das Programm mit seiner Mischung aus wohlbekannten Märchen, wie etwa dem „gestiefelten Kater“ und selbstgeschrieben Texten sorgte bei den Zuhörer*innen wechselweise für Lachsalven und Gänsehaut. Auch so manch neue Perspektive wurde geboten. Was würde etwa der Spiegel aus Schneewittchen wohl gerne einmal sagen, wenn er nicht ständig nur erklären müsste, wer die Schönste im Land ist? Oder haben Sie sich jemals gefragt, wie sich die jüngere Schwester der hofierten, wunderschönen Prinzessin fühlt oder was den Helden zu seinen Abenteuern treibt?

Passend ausgewählte Gesangsstücke unterstrichen den neuen und erweiterten Blickwinkel auf die Märchenwelt, wenn etwa das Lied „Kommt, kleine Kinder“ aus dem Film „Hocus Pocus – Drei Zauberhafte Hexen“ hier dem „Rattenfänger“ schauerliche Nachdrücklichkeit verlieh.

Die Märchengala für Erwachsene begeisterte das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm

Die Gala schloss mit einem stimmungsvollen Finale aus Konfettiregen und bunten Knicklichtern, bei dem die Akteure gemeinsam mit dem tollen Publikum, Nessaja („Ich wollte nie erwachsen sein“) aus „Tabaluga“ intonierten.

Mit einem lebendigen Märchenwald ging es schon am darauffolgenden Tag mit ganz viel Spaß und Engagement vor und hinter der Bühne weiter. „Die Bühne“ war in diesem Fall das gesamte Gelände rund um den Wöhlehof. Ein wahrhaft märchenhaftes Ambiente, um den Zauber dieser Geschichten zu entdecken. Die Tore des Märchenwaldes öffneten sich zu drei verschiedenen Zeiten und die Nachfrage war groß. So wurden die Besucher vom gestiefelten Kater bzw. Egon, dem liebenswert-schusseligen „Cousin dritten Grades“ vom Seppl herumgeführt. An unterschiedlichen Standorten galt es, bekannte Märchenfiguren zum Leben zu erwecken. Dabei spielten die vorwiegend „kleinen“ Gäste eine große Rolle. Denn erst, wenn eines der Kinder einen zuvor erhaltenen Schokotaler in die dafür vorgesehene Schatztruhe warf, begannen der Froschkönig, Rumpelstilzchen, Frau Holle und all die anderen ihr Spiel. Die kurzen Szenen zogen die Zuschauenden in den Bann, weil die Charaktere mit dem Publikum interagierten und auch neue Seiten von sich offenbarten. So erfuhr man zum Beispiel, dass Pechmarie nicht etwa faul war, sondern selbstverständlich nur aufgrund ihrer Fructoseintoleranz nicht bei der Apfelernte half. Der böse Wolf fühlte sich ebenso missverstanden und beteuerte eigentlich auch nur, Freunde haben zu wollen. Und die hatte der „Kinderschreck“ dann bei der abschließenden Möglichkeit zum Erinnerungsfoto zahlreich um sich. Insgesamt sah man nach diesem Wochenende bei Mitwirkenden und Publikum strahlende Gesichter und hörte oft die Frage: „Wann wird das nächste Stück gespielt?“

Beim Märchenwald wurden die Märchenfiguren lebendig und verzauberte Groß und Klein

Dass dieses „märchenhafte“ Erlebnis für Groß und Klein in Spelle so umgesetzt und kostenlos ermöglicht werden konnte, ist auch der Förderung durch die EU und das Land Niedersachsen zu verdanken. Hierzu konnten finanzielle Mittel aus dem niedersächsischen Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie genutzt werden.

 

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