Fahrsicherheitstraining für Feuerwehr Lübbecke Retter müssen sicher zum Einsatzort kommen

Das Fahrtechnik und Ausbildungszentrum (FAZ) hat mit 21 Fahrern der Einsatzfahrzeuge der drei Löschzüge: West, Mitte und Ost der Freiwilligen Feuerwehr Lübbecke ein umfassendes Fahrsicherheitstraining durchgeführt. Die Männer und eine Dame wurden mit dem Verhalten der Einsatzfahrzeuge in Gefahrensituationen vertraut gemacht, die im täglichen Straßenverkehr lauern.

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 Holsterfeld / Dreierwalde. Die Experten des FAZ mit Sitz in Holsterfeld schulen regelmäßig Frauen und Männer, die Motorräder, Pkws, Kleintransporter, Lastwagen, Busse oder Sonderfahrzeuge lenken. Auf dem ehemaligen Flugplatz in Dreierwalde wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Lübbecke in Theorie und Praxis mit der Fahrphysik und Fahrdynamik vertraut gemacht.

Der Geschäftsführer des FAZ, Ewald Rühlmann, und sein Verkehrssicherheitsexperte Dieter Lohmann, erklärten: „Wer schnelle Hilfe bringen will, der muss auch sicher zum Einsatzort kommen. Dies gilt nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch für die Polizei und den Rettungsdienst. Unsere Devise ist „Sicher ankommen um zu retten“. Wenn es wieder einmal gekracht hat oder es brennt, wird die Feuerwehr gerufen. Wenn dann die Einsatzkräfte mit Wege- und Sonderrechten zum Einsatzort eilen, kommt es immer wieder zu haarsträubenden Situationen auf den Straßen durch andere Verkehrsteilnehmer.“

In der Theorie lernten die die Teilnehmer/in der FF Lübbecke, dass die Fahrphysik sich bei Kraftfahrzeugen mit den Auswirkungen der physikalischen Gesetze auf das Fahrverhalten und die Wahrnehmungen der Fahrer/innen befasse. Das Wissen dieser Gesetzmäßigkeiten sei insbesondere beim Fahren mit Feuerwehreinsatzfahrzeugen wichtig. Der Kontakt zwischen Fahrzeug und Fahrbahn sei nur durch mehrere handtellergroße Flächen gegeben. Die Maximalkraft hänge vom hohen Kraftschlussbeiwert zwischen Reifen und Straße sowie der Radlast ab. Der Straßenzustand – trocken, feucht, nass, Schnee, Eis oder Schotter – habe den größten Einfluss auf den Kraftschlussbeiwert, erläuterte Rühlmann.

Auf dem ehemaligen Rollfeld wurden die „Firefighter“ von Lohmann und Rühlmann mit der Fahrphysik und Fahrdynamik ihrer Einsatzfahrzeuge konfrontiert. „Schwerpunkt war dabei, die teilweise großen Löschfahrzeuge gekonnt auf engsten Raum millimetergenau am Einsatzort zu lenken“, so Lohmann, der die Teilnehmer auf dem mit Pylonen abgesteckten Parcours vorwärts und rückwärts durch Engpässe fahren ließ.

Unfallverhütung und –vermeidung wurde auch bei den Schlagbremsungen mit Geschwindigkeiten von 30, 40, 50, 60, 70 und 80 Stundekilometer praktiziert. „Meistens wird nicht konsequent genug gebremst, weil man Angst hat, dass sich das Fahrzeug überschlagen könnte“, so Rühlmann. Die Feuerwehrmitglieder stellten fest, dass der Wagen nicht die Spur verlässt, denn genau das Gegenteil passierte, als sie auf der Bremse blieben.

Kfz-Sachverständiger und Fahrsicherheitstrainer Ernst Wahoff aus Spelle hatte die Idee, die Mädchen und Jungen des Kindergartens St. Vitus Lünne als Zuschauer des Fahrsicherheitstraining einzuladen. „Im Kindergarten wurde das Thema „Brandschutz und Feuerwehr“ behandelt. Da bot sich an, dass die Kinder live das Fahrsicherheitstraining der Feuerwehreinsatzfahrzeuge erleben“, so Wahoff, der Emma und Nils Heskamp, Jan Büssemaker, Jonne Epping, Wim Siebert, Mats Nefe und Joanna sowie Hermann und Florian Berghaus mitgebracht hatte.

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Stadtbrandinspektor Maik Entgelmeier, stellvertretender Leiter der FF Lübbecke, erklärte: „Für uns ist wichtig, dass die Fahrer/innen in speziellen Einsatzsituationen richtig reagieren. Bei einer Alarmfahrt sind die Unfallgefahren um ein Vielfaches höher als bei Normalfahrten. Wichtig ist auch, dass direkt an der Einsatzstelle das Fahrzeug im engen Bereich richtig manövriert wird. Nach dem Fahrsicherheitstraining wissen sie, was auf sie zukommen kann. Wir wollen den Fahrern/innen eine gewisse Sicherheit an die Hand geben.“

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