Kein Aktionismus: Der SC Spelle-Venhaus bleibt seiner Philosophie treu

Der SC Spelle-Venhaus ist ohne neue Spieler ins Restprogramm der Regionalliga Nord  gestartet. „Es hat nicht gepasst“, sagt der Sportliche Leiter Markus Schütte, der auch im Abstiegskampf konsequent an der Vereinsphilosophie festhält.

Natürlich tauchte die Frage auf, warum der Aufsteiger sich in der Winterpause nicht verstärkt hat, um seine Position zu verbessern. Mögliche Kandidaten haben sich reichlich angeboten. Spieler von vier Kontinenten oder deren Berater haben sich bei Schütte gemeldet. Zum Ende der Transferperiode hin wurde die Belastung für den 45-Jährigen fast zu groß. Das E-Mail-Postfach explodierte förmlich. Doch die Vielzahl der Anfragen zeigte ihm auch, dass sich die Bewerber kaum mit dem Verein beschäftigt hatten.

„Ich bezahle keine Beraterkosten“, erklärt der Speller kategorisch. „Das ist für uns nicht der richtige Weg.“ Beim Thema Geld war ohnehin bei den meisten wechselwilligen Spielern ganz schnell Schluss: Wenn sie hörten, dass der SCSV nicht für mehr als einen Minijob aufkommt. Aber spätestens nach dem negativen Bescheid auf die Frage nach der Übernahme der Kosten für Wohnung oder Auto. „Das gibt es bei uns nicht.“

Erst im Sommer ist mit Janik Jesgarzewski ein Ex-Profi gekommen. Spelle sei ihm bei der Jobsuche behilflich gewesen, erläutert Schütte. Da gelten für den Ex-Meppener dieselben Bedingungen wie für andere Spieler. Zudem lege der SCSV Wert darauf, dass die Fußballer aus der Region kämen oder einen Bezug dazu hätten. Schütte, der sich eng mit Trainer Hanjo Vocks abstimmte, wollte ohnehin keinen „Notnagel“ bis zum Saisonende, sondern  eine Zusage für eineinhalb Jahre.

Schütte hat mit Spielern konkret über Wechsel gesprochen. „Vier oder fünf.“ Der SCSV und der Förderverein hätten die Verpflichtung von zwei Fußballern mitgetragen. Zwei wären gern nach Spelle gekommen. Aber sie standen bei anderen Clubs unter Vertrag, die sie  nicht gehen lassen wollten. Anders also als die Speller, die vor einem Jahr Toptorjäger Felix Schmiederer nach Drochtersen ziehen ließen, keinen Ersatz holten und dennoch aufgestiegen sind.

Auch mit einem Profi stand Schütte nach eigenen Angaben in engem Austausch. Aber der Wechsel habe sich aus verschiedenen Gründen so kurzfristig nicht realisieren lassen. „Ich hätte Spieler geholt, wenn es möglich gewesen wäre.“ Aber die wären wohl eher aus unteren Klassen gekommen.

Die Verpflichtung von neuen Spielern könne in einer Mannschaft viel kaputtmachen, „gerade, wenn sie so zusammengewachsen ist wie unsere“, weiß Schütte. Auch deswegen hätte alles genau passen müssen. Zudem gebe es durch neue Akteure keine Garantie auf den Klassenerhalt. „Wir machen keine verrückten Sachen. Es gibt genug Beispiele, wo sie nicht funktioniert haben. Der Verein SC Spelle-Venhaus steht immer an erster Stelle.“

Dann folgt Schüttes klares Bekenntnis: „Ich stehe zur Mannschaft und zum Trainer. Ich weiß, wie akribisch sie arbeiten.“ Der Sportliche Leiter glaubt nach wie vor, dass der Klassenerhalt möglich ist. „Wenn alle fit sind, dann sind wir konkurrenzfähig. Wir wollen alle in der Regionalliga bleiben.“

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