Lingen Demo gegen Rassismus

Kundgebung in Lingen gegen Rechtsextremismus und Rassismus
Rund 12000 Menschen folgten dem Aufruf zum Widerstand

Am späten Samstagnachmittagdrängten sich auf dem Lingener dem Marktplatz mehr als 12000 Menschen. Sie hatten alle das eine Ziel: Sie erhoben sich im Rahmen der Initiative „Kein Rechtsextremismus, Rassismus und AfD, Lingen bleibt bunt“. Oberbürgermeister Dieter Krone betonte: „Lingen ist bunt und bleibt bunt. Bei uns leben miteinander 116 verschiedene Völker unter einem Dach.“

Lingen. Es war die größte Kundgebung seit langem auf dem Marktplatz, an der nach Angaben der Polizei rund 12.000 Menschen teilgenommen haben. Der Protest gegen Rechtsextremismus, Rassismus und die Allüren der AfD sei sehr ruhig verlaufen. Dieter Krone rief während der Kundgebung dazu auf „klare Kante“ gegen Rechtsextremismus und Rassismus sowie gegen die AfD zu zeigen. „Dies gilt ebenso während Arbeit, in der Familie oder in Freundeskreisen. Was wir hier zeigen, ist gelebte Gemeinschaft“, stellte Krone heraus.

Aktuell werden in Deutschland viele Kundgebungen und Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und Rassismus sowie gegen die AfD organisiert. Als Grund sehen die vielen teilnehmenden Menschen das Geheimtreffen zwischen Rechten und Rechtsextremen mit Politikern der AfD und Mitgliedern der CDU in Potsdam im November letzten Jahres. Bei der Zusammenkunft sei Tenor die Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland gewesen.

Die Initiative „Lingen ist Bunt“ hatte bereits am vergangenen Mittwoch zu einer Demonstration gegen Rechts aufgerufen. Damit wollten die Initiatoren verhindern, dass aus Worten schnell Taten werden. Auch am Samstag setzte Lingen ein klares Zeichen gegen Rechts. Die Initiatoren waren zunächst von 500 Teilnehmenden ausgegangen, waren aber überwältigt von den mehr als 12.000 Menschen, die auf dem Marktplatz ihre Bestürzung über die Deportationspläne der Politiker und Rechtsextremisten zum Ausdruck brachten.

Mit Plakaten und diversen Demonstrationsschildern, auf denen „Menschenrechte statt rechte Menschen“ oder der Wunsch nach einer bunten Zukunft stand, äußerten junge und ältere Bürger gleichermaßen ihren Unmut. Oberbürgermeister Krone hatte gegen 17.30 Uhr das Wort ergriffen und mahnte: „Dies Gedankengut der Rechtsextremismus und Rassisten hat keinen Platz in unserer Stadt. Ihre große Beteiligung zeigt klar auf, dass Sie ein Zeichen setzen wollen. Die AfD und die Rechtsextremen verfolgen die Ziele, die Migrantinnen und Migranten aus Deutschland zu vertreiben, egal ob sie kurz oder auch in der vierten Generation bei uns leben. Sie sind alle Teil unserer Gemeinschaft, die hier in Lingen gelebt wird!“

Auch weitere Redner stellten in den Vordergrund, dass Lingen bunt sei. Die Demokratie verlange zwar sehr viel, gelte aber für alle Menschen, so Krone, der betonte: „Bei uns nutzen viele Menschen die Freiheit. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus, Hass und Hetze sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Deshalb protestierten wir alle, wenn Pläne geschmiedet werden, um Menschen wie in den dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte zu deportieren.“ Die AfD und die Rechtsextremen würden die Grenzen des Sag- und Denkbaren nach rechts verschieben, wenn sie zum Beispiel von „Remigration“ sprechen würden.

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