Modernste Ausstattung: Neuer Krankentransportwagen für den Zivil- und Katastrophenschutz

Schon auf den ersten Blick sieht dieser Krankentransportwagen anders aus: Das Wort „Zivilschutz“ prangt in großen Buchstaben auf dem weißen Sprinter, ebenso wie das leuchtend orange-blaue Logo der „Medizinischen Task Force“. So beschriftet sticht der neue KTW Typ B ZS – ein Krankentransportwagen, der speziell für den Zivil- und Katastrophenschutz konzipiert ist – in der Fahrzeughalle des DRK-Ortsvereins Bad Bentheim & Gildehaus deutlich heraus. Das Fahrzeug wurde durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beschafft und dem Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt. Das Land teilte das neue Gefährt wiederum der Grafschaft Bentheim zu und wählte als Standort den DRK-Ortsverein in der Obergrafschaft. Damit sind dort nun wieder zwei Bundesfahrzeuge, genauer zwei Krankentransportwagen, stationiert. Bereits vor einigen Jahren wurde ein vorheriges Fahrzeug aus Altersgründen ausgesondert. Die geschulten Einsatzkräfte waren aber weiterhin vor Ort vorhanden.

„Der Bund hat allein im Jahr 2023 den Ländern 175 Spezial-Fahrzeuge als ergänzende Ausstattung für den Zivilschutz übergeben. Daran zeigt sich, welche Bedeutung der Bevölkerungsschutz gewonnen hat. Ich bin froh, dass dieser Bereich seitens des Bundes verstärkt und leistungsfähiger gemacht wird. Neben einer guten Organisation ist gerade die richtige technische Ausstattung von entscheidender Bedeutung für den Zivil- und Katastrophenschutz. Der neue KTW erhöht die Schlagkraft des Katastrophenschutzes auch in der Grafschaft enorm“, betonte Landrat Uwe Fietzek bei der offiziellen Übergabe des neuen Fahrzeugs an den DRK-Ortsverein Bad Bentheim & Gildehaus. Gemeinsam mit Bad Bentheims Bürgermeister Dr. Volker Pannen, der Kreis-Dezernentin Dr. Elke Bertke, dem Rotkreuzbeauftragen für die Grafschaft Bentheim Heinz Heetjans und weiteren DRK-Mitgliedern machte er sich vor Ort beim DRK ein Bild von dem Neuzugang.

Krankentransportwagen mit modernster Ausstattung

Der Krankentransportwagen Typ B ZS gehört zur neuesten Generation. Ausgestattet mit Allradantrieb und einem Schlechtwegefahrwerk ist er auch bei widrigen Wetter- und Geländebedingungen einsatzfähig. Das Fahrzeug verfügt über die Möglichkeit, zwei liegende Patientinnen und Patienten zu versorgen und zu transportieren. Im Vergleich zum Vorgängermodell können in einem neuen Außenfach die zweite Trage – sofern sie nicht benötigt wird – und weitere Materialien untergebracht werden. Das schafft Platz und Sicherheit im Innenraum. Ebenfalls angepasst wurde die medizinische Fachdienstausstattung. Zusätzlich zum neu konzipierten Notfallrucksack findet eine Traumatasche u.a. mit Verbandmaterial, Beckenschlingen und Schienungsmaterialien ihren Platz im neuen Fahrzeug.

Bestandteil der Medizinischen Task Force des Bundes

Der neue Krankentransportwagen ist Teil der Medizinischen Task Force (MTF) des Bundes. Die MTF des Bundes ist eine standardisierte, sanitätsdienstliche, arztbesetzte Taktische Einheit mit Spezialfähigkeiten. Konzipiert ist die MTF für den Einsatz im Spannungs- und Verteidigungsfall (Zivilschutz) sowie in der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe des Bundes. In Niedersachsen gibt es insgesamt sechs MTF. Der DRK-Ortsverein Bad Bentheim & Gildehaus ist Teil der MTF für den Bereich der Polizeidirektion Osnabrück. In der Grafschaft sind mit dem neuen Fahrzeug nun insgesamt drei Bundesfahrzeuge zur medizinischen Versorgung im Zivilschutz stationiert: zwei Krankentransportwagen beim DRK-Ortsverein Bad Bentheim & Gildehaus sowie ein Gerätewagen Sanitär beim DRK-Ortsverein Uelsen.

Adäquate Unterbringung der Fahrzeuge wird zum Problem

Als Rotkreuzbeauftragter zeigte sich Heinz Heetjans erfreut über die Stationierung des neuen Krankentransportwagens in der Grafschaft. Er erinnerte aber auch daran, dass der bisherige Fahrzeugbestand an Bundesfahrzeugen über 25 Jahre alt sei: „Wir würden es begrüßen, wenn in den nächsten fünf Jahren weitere Wagen ausgetauscht werden, beispielsweise der zweite KTW am DRK-Standort in Bad Bentheim.“ Zugleich richtete er einen Appell an die Bundes- und Landespolitik: „Zweifelsohne verfügt das DRK hier vor Ort über eine starke Truppe und ist gut aufgestellt. Bei Katastrophen sind wir ohne Frage immer mit im Einsatz. Was die adäquate Unterbringung unserer Fahrzeuge angeht, stoßen wir allerdings an unsere Grenzen. Wir können die teuren Fahrzeuge, die immer größer werden, nicht mehr vernünftig unterstellen, teilweise weichen wir auf angemietete Scheunen aus. Das kann nicht sein. Hier müssen wir Lösungen finden.“

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